Illustration Der schönsten Sack des Jahres

Mit der Kraft und Stärke eines Tigers

Der schönste Mehlsack des Jahres 2016 kommt aus Ägypten

Ein selbstbewusster Königstiger ziert den „Mehlsack des Jahres“ 2016. Über die Auszeichnung, die alljährlich von der Mühlenchemie vergeben wird, freute sich dieses Mal die Arabian Milling & Food Industry aus Ägypten. Die feierliche Preisverleihung fand im Rahmen des „Global Miller`s Symposium“ am 20. April 2017 in Hamburg statt.

Ebenso wie seine Vorgänger nimmt der ausgezeichnete Mehlsack im MehlWelten Museum Wittenburg einen Ehrenplatz in der Preisträgergalerie ein. Für die „Hall of Fame“ wurde das Königstiger-Motiv von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Volkmar Wywiol, Museumsgründer und Gesellschafter der Mühlenchemie, unterstrich das Juryurteil in seiner Laudatio: „Stolz und selbstbewusst schaut der Königstiger den Betrachter an. Der Tiger steht vor allem für Kraft und Stärke, die das Mehl dem Menschen gibt. Seine besonderen Fähigkeiten, wie Mut, Schnelligkeit und Ausdauer werden auf die Güte des Mehls übertragen. Der Exporterfolg der ägyptischen Mühle in anderen afrikanischen Ländern gibt dem Unternehmen recht.“

Kulturwissenschaftlich ist die Symbolik auf Mehlsäcken häufig interessant und erzählt viel über die Bedeutung des Mehls in der jeweiligen Region. Die Arabian Milling & Food Industry ist Ägyptens größtes Unternehmen in der Lebensmittelindustrie. Das eindrucksvolle Motiv des Tigers symbolisiert die hohe Qualität der Premiummarke der Mühle, die vor allem in der Äquatorregion vertrieben wird.

Der schönste Sack des Jahres 2015

Bambus als Symbol für Reinheit, Kraft und Natürlichkeit

Die Symbolik auf Mehlsäcken erzählt viel über die kulturelle Bedeutung des Mehls in der jeweiligen Region. Nach Meinung einer unabhängigen Jury hatte ein Bambus-Motiv der indonesischen Weizenmühle Sriboga den kulturwissenschaftlich interessantesten Hintergrund des Jahres 2015. Die Ahrensburger Mühlenchemie übergab Ende 2016 deshalb den „Mehlsack Award 2015“ an den in Jarkata ansässigen Produzenten.

Das Motiv erzählt vom Aufstieg und der wachsenden Bedeutung des Mehls in einer Kultur, in der Weizen und Backwaren eine vergleichsweise junge Geschichte haben. Mit Bambus wählte Sriboga ein Symbol, das die in der westlichen Welt mit Weizen verbundenen Werte wie Reinheit, Kraft und Natürlichkeit in die Sprache der Tropen übersetzt. Der Grund: Herkömmliche Motive wie die Sonne oder die Weizenähre wecken in Südostasien andere Assoziationen.

Im MehlWelten Museum erhält „Bamboo“ einen Ehrenplatz in der Reihe der schönsten Säcke des Jahres. Volkmar Wywiol, Museumsgründer und Gesellschafter der Mühlenchemie: „Das Motiv hat mich in seiner Phantasie und Aussagekraft überrascht. Es erzählt seine eigene, regionale Geschichte. Ein Motiv, mit dem es gelingt, auch in Gebieten der Welt, in denen Weizen auf den ersten Blick nicht zu den traditionellen Grundnahrungsmitteln gehört, von der Bedeutung des Mehls und seiner lebensspendenden Kraft zu berichten.“

Der schönste Sack des Jahres 2012

Eine süße Versuchung als Götterspeise

Eine unabhängige Jury aus der Mühlenchemie lobte auch 2012 den schönsten Sack des Jahres aus. Sieger wurde Museumssack Nr. 2366 der Mühle Shree Govindam Prime Food PVT. Ltd aus Indien. Dieser Sack ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Bedeutungsträger“:

Die dreifarbige Gestaltung des Sacks verweist auf die indische Flagge. Das Motiv zeigt einen „Halwai“ aus einer Bevölkerungsgruppe, die traditionell Süßigkeiten herstellt. Der Name stammt aus dem Arabischen („halwa“= süß). Die „Halwai“ leben vorwiegend in Nordindien, wo auch die Stadt Bikaner liegt. Der Produktname „Bikaner Halwai Special“ verweist also sowohl auf die Herkunft des Mehls als auch auf die dort lebenden Süßigkeitenhersteller.

In Indien mit seinem Kastensystem werden strenge Maßstäbe an die „Reinheit“ von Speisen gestellt. Da Süßigkeiten den Göttern als Gabe dargebracht werden, müssen sie den religiösen Reinheitsgeboten ganz besonders entsprechen. Es gilt aber als allgemein akzeptabel, von „Halwai“ hergestelltes Gebäck zu kaufen und zu essen. Das Sackmotiv und der Produktname vermitteln also, dass es sich um ein besonders reines Mehl handelt, das für die Herstellung von Süßigkeiten als Geschenk für die Götter geeignet ist.

Alle diese Informationen auf einem Sack vereint – Gratulation an die indischen Müller für die Auswahl dieses schönen bedeutungsvollen Motivs!

Der schönste Sack des Jahres 2010

Der Fasan macht das Rennen

Auf dem 4. Internationalen Mühlenchemie-Symposium „Future of Flour“ wurde erstmals ein „Oscar“ für das schönste Mehlsackmotiv vergeben.

Am Ende des zweitägigen Informationsmarathons verlieh Volkmar Wywiol, Museumsgründer und Gesellschafter der Mühlenchemie, den von ihm neu gestifteten „Mehlsack Award“. Gesucht wurde bei diesem Wettbewerb das schönste Motiv mit einem historischen, regionalen oder müllereitechnischen Hintergrund. Als Finalisten standen drei Mühlen aus Mexiko, Russland und dem Libanon zur Wahl, Gewinner wurde die Mühle Harinas del Sureste aus Mexiko mit der Abbildung eines Fasans.

Volkmar Wywiol zeigte sich in seiner Laudatio begeistert von der tief gehenden Bedeutung des Motivs: „Der Fasan mit seinem farbenfrohen Gefieder ist im mexikanischen Bundesstaat Yucatán ein weitverbreiteter, wilder Vogel. Auf Grund seiner Häufigkeit wird er dort als charakteristisch für die Region angesehen. So ist Yukatan in ganz Mexiko als das ‚Land von Wild und Fasanen‘ bekannt. Im Mittelalter galt der Fasan zunächst als Symbol für Luxus und Schwelgerei, später wurde er als prestigeträchtige Delikatesse angesehen. Mit der Verwendung dieses für die Region typischen Motivs appelliert die Mühle an das Identifikationsgefühl und den Stolz der Yucateken. Kunden aus anderen Regionen verbinden damit Geschichte und Prestige.”

Mühlenchemie

Das MehlWelten Museum Wittenburg ist eine Initiative der Mühlenchemie.
Ein Unternehmen der Stern-Wywiol Gruppe.